Erinnerung an … das Grundgesetz

Ein wichtiger Artikel in der FAZ über den Umgang mit Flüchtlingen mit dem Titel „Es gilt das Grundgesetz„. Und das sollte man dann auch nicht vergessen. Niemand, der in Deutschland lebt, sollte das vergessen. Und gerade diejenigen, die an einer Grundgesetz-Demenz leiden, sollten sich diesen Artikel hinter die Ohren schreiben.

Wieso gibt es eigentlich für das Internet kein Grundgesetz?

Jetzt wieder im Angebot – Mein Deutschland

Kein schlechter Artikel, der Artikel von Marie von den Benken auf Mobile Geeks mit dem Titel „Danke – Mein Deutschland ist zurück„. Ziemlich emotional. Ziemlich wahr. Und ziemlich gut geschrieben.

Doch was kommt nach der Willkommenskultur? Erstmal kommt der Winter. Dann Weihnachten. Und dann schauen wir mal, wie Ostern wird. Hoffentlich sonnig.

Die neue Sinnlosigkeit des Seins

Ich bin erschüttert. Nachhaltig. Warum? ich habe gerade auf  „Amy&Pink“ einen Artikel gelesen (zum Artikel), der voll und ganz meiner Meinung entspricht. Einen schönen Artikel, der leider viele unschöne Wahrheiten gnadenlos ausspricht:

Leider steht die permanente Präsentation des Ichs im Netz einer entscheidenden Wahrheit entgegen. Und zwar, dass die meisten von euch scheiße langweilig sind, eine intelligenzlose Meinung haben oder insgesamt Personen sind, denen ich selbst in der U-Bahn nur drei Sekunden lang zuhören kann, während ihr mit euren dummen Freunden redet, bevor ich mich umbringen möchte.

„Du musst mal Snapchat ausprobieren“, sagt sie. „Du musst mehr auf Instagram machen“, sagt sie. „Du musst mehr twittern“, sagt sie. „Warum“, frage ich. Wenn jemand sehen will, wie ich in Jogginghose auf der Couch sitze und die ganze Nacht „Orange Is the New Black“ gucke, dann soll er vorbei kommen. Davon muss ich weder Snapchats noch Instagrams noch YouTube-Videos machen.

Etwas ganz Entscheidendes fehlt allerdings in diesem wunderhübschen Artikel: Der Bezug zur sozialen Marktwirtschaft. Es fehlt der Bezug auf Kühe und Ochsen, die gemolken werden ohne es zu merken. Ja ich weiß, Ochsen kann man nicht melken (oder doch?). Und es fehlt auch der Hinweis auf „Jeden Morgen steh ein(e) Dummer / Dumme auf. Man muss ihn / sie  nur finden.“

Schöner Artikel, wirklich. You made my evening.

 

Evang. Nordkirche beschäftigt nur noch Frauen

Der Lacher des Tages? Nein, eher die Peinlichkeit des Tages. Bei der Nordkirche gilt der „Kirchliche Arbeitnehmerinnen Tarifvertrag“.

Abs. 1 lautet: „Dieser Tarifvertrag gilt für Arbeitnehmerinnen, die in einem Arbeitsverhältnis zu Mitgliedern des Verbandes kirchlicher und diakonischer Anstellungsträger in Norddeutschland (VKDA) stehen und für die nicht der Kirchliche Tarifvertrag Diakonie (KTD) gilt.“

Absatz 2: „Alle in diesem Tarifvertrag verwendeten weiblichen Personen-, Berufs- und Funktionsbezeichnungen umfassen auch die jeweils männlichen.

Gefunden via Genderama. Zitate ebenfalls von Genderama.

Ist da wohl das Beauftragte für Geschlechtergerechtigkeit der Nordkirche etwas außer Kontrolle geraten und versuchte sich an genderistischer Sprach-Panscherei? Man weiß es nicht.

Für den Duden ist die Sache auf jeden Fall klar:

Singular Plural
Nominativ die Arbeitnehmerin die Arbeitnehmerinnen
Genitiv der Arbeitnehmerin der Arbeitnehmerinnen
Dativ der Arbeitnehmerin den Arbeitnehmerinnen
Akkusativ die Arbeitnehmerin die Arbeitnehmerinnen

As Time Goes By, Frau Schwarzer

Naja, ich lese tatsächlich manchmal in der „EMMA“. So schlimm isses gar nicht, wie ich immer dachte. Es gibt da durchaus Lesenswertes …. Schleim, Schleim, Schleim. Heute hatte ich so ein Gefühl, ich sollte mal wieder bei „EMMA“ vorbeischauen. Und mein Gefühl trog mich nicht. Alice Schwarzer schreibt über den Fall Tim Hunt (zum Artikel). Sie schreibt nicht nur darüber, nein, sie hat auch vollkommen recht mit dem was sie schreibt. Frau Schwarzer trifft des Pudeks Kern und mich dazu. Bin vollkommen derselben Meinung. Der Fall Tim Hunt wurde ganz gezielt zu einem Netz-Feministischen Event hoch geschrieben. Die Folgen für Tim Hunt sind bekannt.

Frau Schwarzer schreibt auch über humorfreien Dogmatismus:

Zum Trost sei erinnert, dass diese Art von humorfreiem Dogmatismus keineswegs so neu ist, wie manche vermuten. Die Denkverbote werden via Twitter & Facebook nur wuchtiger befördert.

Ich zum Beispiel erinnere mich noch nur zu gut an das harsche Meinungsdiktat, das in den 1970er Jahren innerhalb der Linken und der Frauenbewegung herrschte. Ein falsches Wort – und Frau wurde von der Rednerinnenliste gestrichen und von der stummen Mehrheit geschnitten.

Ja, da hat Frau Schwarzer schon recht, diese Art von Dogmatismus gab es schon damals. Und da kann ich mir einen Seitenhieb nicht ersparen. Schon wegen der latenten Scheinheiligkeit, der dem Absatz über den Dogmatismus der frühen Jahre innewohnt.  In dem legendären Fernsehduell mit Esther Vilar („Der dressierte Mann“, 1971)  von 1975, kommt der Dogmatismus nach Schwarzer Art ungebremst zur Geltung. Hier empfehle ich den Artikel „Zerstörte Chancen – Esther Vilar begegnet den Wundern im Alice-Land“ im Blog „Man Tau“ (zum Artikel).

Und weil dieses Fernsehduell so schön ist, kann man es unten in voller Gänze betrachten. Man sollte dieses Video zum Weltkulturerbe erklären. Sollte man. Wahnsinn …